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K78 in Davos
K78 in Davos


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K78 in Davos

 


Endlich ist es soweit. 06:00 ging’s mit dem Startschuss in Davos los. Bei strahlend schönem Wetter, an den Vortagen sah es gar nicht danach aus, fragte ich mich was kommt auf mich zu? Ich sollte es gleich erfahren. Die Laufplanung ergab locker mal nach Filisur runter zu laufen dacht ich mir. Doch daraus wurde nichts. Vom Start weg zügig rauf und runter. Ich kapierte schnell was abgeht. Ich fing an die Landschaft zu geniessen. Ab Monstein der RhB entlang über Brücken und Wiesen, umringt von Dänen, Schweden und Deutsche. Wo waren die Schweizer? Runter nach Filisur.



Rein in die ersten Anfeuerungsrufe und dies am Morgen früh und 15 Min hinter meinem persönlichen Zeitplan. Nun geht’s weiter nach Bergün. Da viel mir ein, dass einer meiner lieben Freunde und K78 Finisher sagte: Von Filisur nach Bergün ist es sehr happig. Ich nahm das locker, wurde jedoch schnell des besseren belehrt. Wow, ging’s da schon hoch und dies nach 35km. Dennoch flog die Spitze, welche 2h nach mir gestartet ist, an mir vorbei. Wieder 10 Min aufgeholt und rein in die Menschenmenge in Bergün. Das Dorf war voll von Zuschauern und wie die mich anfeuerten, ich war unheimlich überrascht. Plötzlich merkte ich, dass mich jeden Moment die dritt platzierte Frau überholt. Ich genoss es dennoch. So, nun 13km und 1600 HM hoch zur Keschhütte. Was war das? Da zogen auf einmal dutzende Läufer an mir vorbei. Ich fragte mich, bin ich nun schon so fertig oder zu langsam? Ein verstohlener Blick auf deren Startnummern zeigte mir eine blaue Startnummer und weisse Schrift K42. Das gab mir Ruhe. Der Weg wurde indes immer steiler und enger und immer noch schossen einige an mir vorbei, die meisten mit blauen Nummern. Da endlich erschien in der Ferne die Keschhütte auf dem Hügel. Dem Läufertazelwurm folgend wanderte ich zügig da hoch. Oben angekommen war mir klar, nun hab ich den schlimmsten Punkt erreicht und nur noch gut 26km bis ins Ziel. Noch war ich in meinem Zeitplan. Auch auf der Keschhütte 2500müM, Publikum ohne Ende und wo war der im TV gesehene Arzt? Ich jedenfalls sah in nicht. Noch schnell was essen und dann los, runter und wieder hoch zum Scalettapass. Das pack ich noch, kann ja nicht mehr weit sein. Falsch gedacht, diese 8 km wurden zur Hölle. Die Oberschenkel schmerzten schon leicht. Über Stock und Stein 200HM runter. Da flitzten und drängelten einige beängstigend vorbei. Ein Blick zur Startnummer, blau, bin ich froh! 3km später trennten sich die Blauen von den Roten. Während wir weiter hoch mussten gingen die Blauen runter Richtung Tal. Endlich ruhe vor den „Dränglis und Stürmis“.

 

Ich frohlockte schon und freute mich ohne Gefahr und Schuppsen ins Ziel zu kommen. Hoppla zu früh gefreut! Unterhalb des Scalettapass kamen die K48er wieder in unsere Spur und an meine brennenden Fersen. Die Luft und das Nervenkostüm wurden immer dünner und der Berg immer höher. Jeder der zu nahe kam nervte. Nichts desto trotz kamen wir an auf 2600müM. Juhui, jetzt geht’s nur noch runter, doch das hab ich vor 9h schon mal gedacht. Nochmals gut verpflegen und los geht’s. Ich stürzte mich ins Tal. Der Weg war jedoch so steil, dass es zur Tortour für die Oberschenkel und Hirn wurde. Alles tat weh, die Blasen wurden immer grösser, dafür die Luft auch wieder dicker. Endlich unten im Dürrboden mit 1h Einbusse auf die persönliche Marschtabelle aber immer noch im Zeitfenster nahm mich Marion mit ihrem Bike und Isostar, mal was anderes zu trinken, in Empfang. Tut das gut wieder jemand auf den man sich freut. „Bin stolz auf dich, siehst gut aus, läufst immer noch gut“, diese Aussagen sind wie Balsam und geben Power für die letzten 14km mit Bikebegleitung ins Ziel. 10h und die Beine tragen und laufen immer noch auch dank der Zurufe und Motivation von Marion. Um mich rum wurde es immer ruhiger und weniger hektisch, warum? Ahh die blauen waren fast alle vorbei, war das schön. So noch 5km und dann ab ins Stadion. Aber was war das? Km 75 oh Schreck nochmals links und eine heftige Steigung. Nein muss den das sein, fragte ich die Zuschauer. Es musste! Auf den letzten Kilometern wurde ich noch begleitet vom Speaker aus der Sportanlage und vorbei an den Walkern welche in Klosters gestartet sind nur noch ins Ziel. Nach 12h 20 Min war es soweit, wieder im Tal. Überglücklich, geschafft und voller Eindrücke unserer Bergwelt ging’s durch den Zielbogen in die Arme meiner Helfer.

 
 
 

 

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